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Printed 22.01.2020 10:48

Neuer „Gipsy-Spirit“-Preis geht an Ärzteteam für Rettung schwer brandverletzten Kindes
02-12-2009  Jitka Mladkova

Am Dienstagabend wurde im Kulturzentrum „Pražská křižovatka“(Prager Kreuzweg) zum ersten Mal hierzulande der Preis mit dem Namen „Gipsy Spirit“ verliehen. Er geht auf die Initiative des Ministers für Menschenrechte und Minderheiten, Michael Kocáb, zurück, der sich die Inspiration dazu in der Slowakei geholt hat. Der Preis, der als Beitrag zur Integration der Roma gedacht ist, wurde in fünf Kategorien verliehen. In der Kategorie „Tat des Jahres zur Rettung eines Menschenlebens“ ging der neue Preis an das Ärzteteam der Intensivstation der Kinderabteilung im Universitätsklinikum in Ostrava.

Gipsy Spirit: Moderatorin Leila Abbasová(Foto: ČTK) Zur Einleitung zunächst ein kurzer Rückblick: Am 19. April dieses Jahres hat eine Gruppe von Rechtsextremen einen Brandanschlag auf das Haus einer Roma-Familie im nordmährischen Vítkov verübt. Dabei erlitt ein Kind der Familie, die damals zweijährige Natálka, schwere Brandverletzungen an 80 Prozent des Körpers. Die Ärzte im Ostrauer Klinikum, in welches das Mädchen eingewiesen wurde, gaben ihm nur wenige Chancen fürs Überleben. Dass es trotzdem gelungen ist, das Kind zu retten, gleicht einem Wunder. Nach acht Monaten im Krankenhaus, nach unzähligen Operationen, kann Natálka an diesem Mittwoch das Klinikum verlassen. Und das ist auch der Grund, warum die Jury den „Gipsy-Spirit“-Preis dem behandelnden Ärzteteam der Station für Intensivpflege und Reanimation an der Ostrauer Klinik zugesprochen hat.

Aus den Händen des Prager Kardinals Miroslav Vlk übernahm den Preis am Dienstagabend der Chefarzt der Intensivstation, Michal Kadlčík. Auf die Frage des Tschechischen Fernsehens, was für ihn und sein Team bei der Behandlung des schwer brandverletzten Kindes am schwierigsten war, antwortete er:

„Woran man sich bestimmt nicht gewöhnen kann, ist ein brandverletztes Kind. Das kann einen Arzt auch nach mehreren Jahren Praxis noch aufwühlen. Im emotionalen Bereich war für mich also der Anblick des leidenden Kindes wohl das Schlimmste.“

Die Entlassung des Mädchens nach Hause ist auch für die Ärzte ein großer Tag:

Anna Siváková mit Tochter Natálka (Foto: ČTK) „Der Moment, in dem Natalka die Tore unserer Klinik verlässt, wird für uns eine riesengroße Genugtuung sein. Meiner Meinung nach handelt es sich um einen großen Erfolg.“

Natálka kehrt zu ihrer Familie zurück, die sich dank einer öffentlichen Sammlung ein neues Haus kaufen konnte. Das Mädchen wird aber zwei bis dreimal in der Woche ins Krankenhaus müssen. Den Tätern, die in der Haft auf ihren Prozess warten, droht Freiheitsentzug von




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