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Eröffnet: Tschechien hat sein erstes Haus für nationale Minderheiten
22-06-2007  Lothar Martin


Am Donnerstag ist in Prag eine Einrichtung feierlich eröffnet worden, die der Tschechischen Republik mit Sicherheit zu einer Steigerung ihres Renommees im Ausland verhelfen wird das Haus der nationalen Minderheiten. Radio Prag war bei der Einweihung vor Ort.

Dzamila Stehlikova (Foto: Jana Sustova) "Mit der Errichtung des Hauses der nationalen Minderheiten reiht sich die Hauptstadt Prag unter den europäischen Metropolen ein, in denen es ähnliche Einrichtungen schon seit Jahren gibt. Prag hat einen großen Schritt nach vorn gemacht, die Minderheiten werden besser zu sehen sein". Mit diesen Worten hob die tschechische Ministerin für Menschenrechte und nationale Minderheiten, Dzamila Stehlikova, die Bedeutung des Augenblicks hervor, als das erste Haus der nationalen Minderheiten in Tschechien unweit des Prager Wenzelsplatzes feierlich eröffnet wurde:

Nachdem der Prager Stadtrat für Wohnund Sozialpolitik, Jiri Janecek, und weitere Offizielle das Einweihungsband unter Beifall zerschnitten hatten, durften die Vertreter der elf im Haus vereinten Minderheiten erstmals von ihrem neuen schmucken Gebäude Besitz ergreifen, in dem sie jetzt eine administrative und kulturelle Heimstätte gefunden haben. Die Wichtigkeit dieser Einrichtung strich auch der tschechische ODS-Abgeordnete Boris Stastny in seiner Grußansprache heraus:

Eröffnung des Hauses der nationalen Minderheiten in Prag (Foto: CTK) "Mit dem heutigen Tag machen wir einiges aus der Vergangenheit gut. Ich denke, viele der hier Anwesenden wissen, wie unser Land vor 1989 mit den Minderheiten umgegangen ist. Ich bin daher sehr froh darüber, dass sich nicht nur die Regierung der Tschechischen Republik, sondern auch die Städte und Landkreise Jahr für Jahr bemühen, das Zusammenleben mit den Minderheiten zu verbessern und sie dafür immer bessere Voraussetzungen schaffen."

Um eine solche Voraussetzung in der Moldaustadt zu schaffen, haben die Landesregierung und der Prager Magistrat eine größere Investition gestemmt, um das ehemals ziemlich abgenutzte Gebäude von Grund auf zu sanieren:

"Der Magistrat von Prag hat im Jahr 2002 zur Frage der nationalen Minderheiten eine Konzeption verabschiedet. Auf deren Grundlage haben wir gemeinsam mit der Regierung der Tschechischen Republik dieses Gebäude für fast 55 Millionen Kronen sanieren lassen",

sagte Stadtrat Janecek in seiner Ansprache und ergänzte, er sei überzeugt davon, dass diese Investition auch ihre Früchte tragen werde: "Von diesem Gebäude verspreche ich mir eine bessere Kommunikation mit den nationalen Minderheiten. Des Weiteren verspreche ich mir, dass sich die tschechischen Bürger dank dieser Einrichtung noch viel besser mit den kulturellen Traditionen aller Minderheiten vertraut machen. Ich bin überzeugt davon, dass dieses Haus zur besseren Verständigung der Nationen beitragen wird."

Zu den elf im Haus vereinten Nationen gehören neben den größeren Bevölkerungsgruppen der Slowaken und der Roma sowie der kleinen ethnischen Minderheit der Ruthenen auch die hierzulande lebenden Bürger deutscher Nationalität. Mit Ausstellungen, Konzerten, Filmvorführungen, Konferenzen und Seminaren wollen sie das moderne Gebäude in der Vocelova-Straße sehr rasch zu einer pulsierenden Begegnungsstätte im Herzen Prags werden lassen.




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